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Zucker-Ersatzstoffe & Diabetikerprodukte

Die richtige Ernährung bei Diabetes

Welche Süßungsmittel gibt es und wie kann man sie einteilen?

Es werden verschiedene Substanzen zum Süßen verwendet. Einteilen kann man sie anhand ihrer Wirkung auf den Blutzucker.

  1. Süßungsmittel mit blutzuckererhöhender Wirkung
  2. Süßungsmittel mit gering blutzuckererhöhenden Wirkung (Zuckeraustauschstoffe)
  3. Süßungsmittel ohne Wirkung auf den Blutzucker (Süßstoffe)

1. Süßungsmittel mit blutzuckererhöhender Wirkung
Blutzuckererhöhend und kalorienreich sind Zucker und zuckerhaltige Süßungsmittel

  • Zucker: Traubenzucker (Glucose) und Haushaltszucker (Saccharose)
  • zuckerhaltige Süßungsmittel, z. B. Honig, Ahornsirup, Glucosesirup oder Birnendicksaft

2. Süßungsmittel mit gering blutzuckererhöhenden Wirkung (Zuckeraustauschstoffe)
Weniger blutzuckererhöhend wirken Zuckeraustauschstoffe. Sie können deshalb bei der Berechnung der BE in kleineren Mengen (weniger als 30 g) vernachlässigt werden. Man unterscheidet dabei Zuckeralkohole und die Zuckerart Fructose (Fruchtzucker). Zuckeraustauschstoffe besitzen einen geringeren Kaloriengehalt als Zucker.

    Folgende Zuckeralkohole werden als Zuckerersatz verwendet:
  • Sorbit (= Sorbitol, Glucitol, E 420)
  • Mannit (= Mannitol, E 421)
  • Xylit (= Xylitol, E 967)
  • Lactit (= Lactitol, E 966)
  • Maltit (= Maltitol, E 965)
  • Isomalt (E 953)

Zuckeraustauschstoffe können Sie anstelle von Zucker zum Süßen, Backen und Kochen verwenden. Beachten Sie bitte den Kaloriengehalt: Fruchtzucker hat in etwa genauso viel Kalorien wie Haushaltszucker (400 kcal pro 100 g); Zuckeralkohole liefern ca. 240 kcal pro 100 g.

Allerdings unterscheiden sich die Zuckeraustauschstoffe in der Süßkraft von normalem Zucker (50 – 120 % der Süßkraft), je nach Verbindung. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in Rezepten Zucker ersetzen wollen.

Alle Zuckeraustauschstoffe können vor allem bei übermäßigem Verzehr zu Blähungen und Durchfällen führen.

3. Süßungsmittel ohne Wirkung auf den Blutzucker (Süßstoffe)

Nicht blutzuckererhöhend, schon in geringer Menge stark süß und praktisch kalorienfrei sind Süßstoffe.

    Als Süßstoffe sind zugelassen:
  • Acesulfam K (E 950)
  • Aspartam (E 951)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Cyclamat (E 952)
  • Neohesperidin (E 959)
  • Saccharin (E 954)
  • Sucralose (E 955)
  • Thaumatin (E 957)

Süßstoffe werden nicht verdaut und haben somit keine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Sie besitzen eine sehr hohe Süßkraft und sind je nach Art 130 bis 5000 mal süßer als Haushaltszucker. Deswegen werden sie nur in sehr geringer Menge eingesetzt.

Muss ich als Diabetiker auf Zucker komplett verzichten?

Wenn Ihr Blutzucker gut eingestellt ist, brauchen Sie nicht völlig auf Haushaltszucker verzichten.

Bis zu 50 g (= ca. 3 flach gehäufte Esslöffel) Haushaltszucker pro Tag sind erlaubt. Am besten essen Sie Zucker in Lebensmitteln verpackt zusammen mit Ballaststoffen, Eiweiß oder Fett, damit der Blutzucker nicht so schnell ansteigt.

Nur im Falle einer Unterzuckerung ist es sinnvoll, wenn Sie den Zucker in gelöster Form (zuckerhaltige Getränke) zu sich nehmen. Danach kommt es zu einem sehr schnellen Blutzuckeranstieg, der im Normalfall zu vermeiden ist.

Ist die bei Diabetes die Verwendung von Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen sinnvoll?

Der Einsatz von Zuckeraustauschstoffen wird grundsätzlich nicht mehr empfohlen. Im Vergleich zu Haushaltszucker sind sie ungefähr halb so kalorienreich und besitzen keinen günstigeren Einfluss auf die Blutzuckereinstellung. Süßstoffe sind gut geeignet zum Süßen von Getränken, Obstkonserven, Marmeladen, Nachspeisen, Gebäck und Milchprodukten.

Süßstoffe sind praktisch kalorienfrei und ihre Verwendung somit besonders bei kalorienreduzierter Diät günstig.

Der Süßstoff Aspartam ist nicht hitzebeständig und somit nicht zum Kochen und Backen geeignet.

Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Süßstoffe in den üblicherweise verwendeten Mengen das Krebsrisiko erhöhen. Auch die angebliche appetit- und gewichtssteigernde Wirkung von Süßstoffen wurde nicht bestätigt.

Welchen Vorteil haben spezielle Diabetikerprodukte?

Viele Produkte werden als "speziell für Diabetiker" oder "diabetikergeeignet" beworben, zum Beispiel Diabetiker-Kuchen, -Marmelade, -Eiscreme oder –Schokolade. Dabei ist meist nur der Zuckeranteil durch Fructose oder Zuckeraustauschstoffe ersetzt. Wie schon oben erwähnt, werden diese Stoffe mittlerweile nicht mehr empfohlen, da der Effekt auf den Blutzucker sich nicht sehr von Haushaltszucker unterscheidet. In größeren Mengen genossen können Zuckeraustauschstoffe zudem zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Hinzu kommt, dass die deklarierten "Diabetikerprodukte" meist genauso viel Fett und Kalorien wie normale Süßigkeiten enthalten. Die Kennzeichnung "für Diabetiker geeignet" verführt dazu, solche Produkte unüberlegt und im Übermaß zu verzehren.

Fazit ist:
Spezielle Diätprodukte sind für Diabetiker überflüssig. Wenn Ihr Blutzucker gut eingestellt ist: Statt unüberlegt zu angeblich "diabetikergeeigneten" Süßigkeiten zu greifen, sollten Sie sich lieber im Rahmen des Diätplans bewusst ab und zu eine kleine Ausnahme gönnen.

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