
Es werden verschiedene Substanzen zum Süßen verwendet. Einteilen kann man sie anhand ihrer Wirkung auf den Blutzucker.
1. Süßungsmittel
mit blutzuckererhöhender Wirkung
Blutzuckererhöhend und kalorienreich
sind Zucker und zuckerhaltige Süßungsmittel
2. Süßungsmittel
mit gering blutzuckererhöhenden Wirkung (Zuckeraustauschstoffe)
Weniger
blutzuckererhöhend wirken Zuckeraustauschstoffe. Sie können deshalb
bei der Berechnung der BE in kleineren Mengen (weniger als 30 g) vernachlässigt
werden. Man unterscheidet dabei Zuckeralkohole und die Zuckerart Fructose (Fruchtzucker).
Zuckeraustauschstoffe besitzen einen geringeren Kaloriengehalt als Zucker.
Zuckeraustauschstoffe können
Sie anstelle von Zucker zum Süßen, Backen und Kochen verwenden.
Beachten Sie bitte den Kaloriengehalt: Fruchtzucker hat in etwa genauso viel
Kalorien wie Haushaltszucker (400 kcal pro 100 g); Zuckeralkohole liefern ca.
240 kcal pro 100 g.
Allerdings unterscheiden sich die Zuckeraustauschstoffe
in der Süßkraft von normalem Zucker (50 – 120 % der Süßkraft),
je nach Verbindung. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in Rezepten Zucker
ersetzen wollen.
Alle Zuckeraustauschstoffe können vor allem bei übermäßigem
Verzehr zu Blähungen und Durchfällen führen.
3. Süßungsmittel
ohne Wirkung auf den Blutzucker (Süßstoffe)
Nicht blutzuckererhöhend,
schon in geringer Menge stark süß und praktisch kalorienfrei sind
Süßstoffe.
Süßstoffe werden nicht verdaut und haben somit keine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Sie besitzen eine sehr hohe Süßkraft und sind je nach Art 130 bis 5000 mal süßer als Haushaltszucker. Deswegen werden sie nur in sehr geringer Menge eingesetzt.
Wenn Ihr Blutzucker
gut eingestellt ist, brauchen Sie nicht völlig auf Haushaltszucker verzichten.
Bis zu 50 g (= ca. 3 flach gehäufte Esslöffel) Haushaltszucker
pro Tag sind erlaubt. Am besten essen Sie Zucker in
Lebensmitteln verpackt zusammen mit Ballaststoffen, Eiweiß oder Fett, damit der Blutzucker nicht so schnell
ansteigt.
Nur im Falle einer Unterzuckerung ist es sinnvoll, wenn Sie den Zucker
in gelöster Form (zuckerhaltige Getränke) zu sich nehmen. Danach
kommt es zu einem sehr schnellen Blutzuckeranstieg, der im Normalfall zu vermeiden
ist.
Der Einsatz von Zuckeraustauschstoffen wird grundsätzlich nicht
mehr empfohlen. Im Vergleich zu Haushaltszucker sind sie ungefähr halb
so kalorienreich und besitzen keinen günstigeren Einfluss auf die Blutzuckereinstellung. Süßstoffe sind gut geeignet
zum Süßen von Getränken,
Obstkonserven, Marmeladen, Nachspeisen, Gebäck und Milchprodukten.
Süßstoffe
sind praktisch kalorienfrei und ihre Verwendung somit besonders bei
kalorienreduzierter Diät günstig.
Der Süßstoff Aspartam ist nicht hitzebeständig
und somit nicht zum Kochen und Backen geeignet.
Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Süßstoffe in den üblicherweise verwendeten
Mengen das Krebsrisiko erhöhen. Auch die angebliche appetit- und gewichtssteigernde
Wirkung von Süßstoffen wurde nicht bestätigt.
Viele Produkte werden als "speziell
für Diabetiker" oder "diabetikergeeignet" beworben,
zum Beispiel Diabetiker-Kuchen, -Marmelade, -Eiscreme oder –Schokolade.
Dabei ist meist nur der Zuckeranteil durch Fructose oder Zuckeraustauschstoffe
ersetzt. Wie schon oben erwähnt, werden diese Stoffe mittlerweile nicht
mehr empfohlen, da der Effekt auf den Blutzucker sich nicht sehr von Haushaltszucker
unterscheidet. In größeren Mengen genossen können Zuckeraustauschstoffe
zudem zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
Hinzu kommt, dass die deklarierten "Diabetikerprodukte" meist
genauso viel Fett und Kalorien wie normale Süßigkeiten enthalten.
Die Kennzeichnung "für Diabetiker geeignet" verführt
dazu, solche Produkte unüberlegt und im Übermaß zu verzehren.
Fazit ist:
Spezielle Diätprodukte sind für Diabetiker überflüssig.
Wenn Ihr Blutzucker gut eingestellt ist: Statt unüberlegt zu angeblich "diabetikergeeigneten" Süßigkeiten
zu greifen, sollten Sie sich lieber im Rahmen des Diätplans bewusst ab
und zu eine kleine Ausnahme gönnen.
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