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Ernährung Typ 1/Typ 2

Die richtige Ernährung bei Diabetes

Bei der Ernährung von Typ-1-und Typ-2-Diabetikern gibt es drei wichtige Punkte zu beachten:

1. Übergewicht (meist bei Diabetes Typ 2) – ja oder nein?

Typ-1-Diabetiker sind meist normal- oder untergewichtig. Eine Gewichtsabnahme ist selten notwendig. Prinzipiell gelten für Sie als normalgewichtiger Typ-1-Diabetiker dieselben Empfehlungen für ausgewogene Ernährung wie für Gesunde.
Achten Sie auf gesunde Ernährung und vermeiden Sie Übergewicht durch unkontrollierte Kalorienaufnahme! Insulin kann zu Gewichtszunahme führen, da Insulin eine körper-aufbauende (anabole) Wirkung hat.

Typ-2-Diabetiker sind häufig übergewichtig. Diabetes Typ 2 wird oft auch als „Lifestyle-Diabetes“ bezeichnet, weil er – neben einer gewissen genetischen Veranlagung – oft aufgrund von Übergewicht und ungesunder Ernährungsgewohnheiten auftritt.
Als Typ-2-Diabetiker können Sie oft schon durch Gewichtsabnahme, Bewegung und konsequente Ernährungsumstellung Ihre Blutzuckerwerte bessern. Eine Behandlung mit Medikamenten kann so vermieden werden.

Vorhandenes Übergewicht sollten Sie unbedingt reduzieren. Ob Sie übergewichtig sind, verrät Ihnen unser BMI-Rechner.

Durch Kalorienreduktion um 500 bis 1000 kcal unter dem täglichen Energiebedarf können Sie Ihr Gewicht um etwa 0,5 bis 1 kg pro Woche reduzieren. Die Kalorienreduktion sollte zusammen mit einer allmählichen, aber dauerhaften Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten erfolgen.

Hier finden Sie den BMI-Rechner, eine Abschätzung Ihres Kalorienbedarfs und weitere Tipps zur Gewichtsabnahme und die Zusammensetzung gesunder Ernährung.

2. Insulinpflichtiger Diabetes (Typ 1 oder 2):
Welche Form der Insulintherapie?

Typ-1-Diabetes muss mit Insulin behandelt werden, da dieses im Körper nicht gebildet wird. Bei Typ-2-Diabetes kann die Insulinbehandlung nötig sein, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten oder wenn nach längerer Krankheitsdauer die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert.

Es gibt drei verschiedene Formen der Insulintherapie:

Konventionelle Insulintherapie (CT): Zwei- bis dreimal pro Tag (morgens, eventuell mittags, abends) wird eine Mischung aus lang- und kurzwirksamem Insulin gespritzt. Diese Therapieform gilt als unflexibel und wird nur mehr selten angewendet.

    Folgen für Ihre Ernährung bei konventioneller Insulintherapie (CT):
  • Sie sollten sich unbedingt an Ihren Ernährungsplan und die von Ihrem Arzt oder Diabetesberater festgelegte BE-Menge und -Verteilung über den Tag halten! Ansonsten kann es zu Unterzuckerung, erhöhten Blutzuckerwerten oder Schwankungen des Blutzuckers kommen.
  • Achten Sie auf Unterzuckerungssymptome (Schwitzen, Zittern, Heißhunger, Übelkeit, Herzklopfen oder Schwindel) und halten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate griffbereit, wie z. B. Traubenzucker, Weißbrot oder zuckerhaltige Getränke!
  • Beachten Sie, dass körperliche Aktivität oder Alkohol den Blutzucker zusätzlich senken!

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) nach dem Basis-Bolus-Prinzip:
Diese Form der Insulintherapie ist Standard bei Typ-1-Diabetikern, da sie ausreichende Flexibilität gewährleistet und der natürlichen Insulinfreisetzung der Bauchspeicheldrüse ähnelt. Die Injektionen führt der Patient selbst, meist mit einem so genannten Insulinpen, durch.

Basis: Morgens und abends wird ein langwirksames Insulin gespritzt. Dadurch wird die so genannte „Insulin-Basalsekretion“ der Bauchspeicheldrüse nachgeahmt. Bei normaler Funktion setzt die Bauchspeicheldrüse ständig kleine Mengen von Insulin frei, um die grundlegende Zuckerversorgung der Zellen sicherzustellen.

Bolus: Zu den Mahlzeiten spritzt man eine berechnete Menge schnell wirksames Insulin (einen so genannten „Bolus“) – abhängig von der Kohlenhydrataufnahme und dem vor einer Mahlzeit gemessenen Blutzucker. Dadurch wird sichergestellt, dass der aus dem Magen-Darm-Trakt anflutende Zucker von den Zellen aufgenommen wird.

    Folgen für Ihre Ernährung bei intensivierter konventioneller Insulintherapie (ICT):
  • Vor jeder Mahlzeit müssen Sie sich einen Insulin-Bolus spritzen.
  • Richtiges Abschätzen der mit dem Essen aufgenommenen BE und des dafür benötigten Insulins ist notwendig
  • Kein starres Diätschema ist nötig.
  • Genaue Protokollführung über Ernährung und Blutzuckerwerte sollte selbstverständlich sein, um eine gute Blutzuckerkontrolle zu erreichen.
  • Es besteht Unterzuckerungsgefahr, wenn Sie die Insulindosis zu hoch abgeschätzt haben. Achten Sie auf entsprechende Symptome und halten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Weißbrot, zuckerhaltige Getränke) bereit!
  • Beachten Sie, dass körperliche Aktivität oder Alkohol den Blutzucker zusätzlich senken und verringern Sie die Insulindosis entsprechend!
  • Wenn Sie die Insulindosis zu niedrig abgeschätzt haben, sind erhöhte Blutzuckerwerte die Folge. Kurzfristig erhöhter Blutzucker zeigt keine deutlichen Symptome, deshalb sollten Sie den Blutzucker einige Zeit nach der Mahlzeit kontrollieren. Falls der Wert zu hoch ist, können Sie mit einer weiteren Insulindosis korrigieren.

Über- und Unterzuckerungen kann man ausgleichen, aber sollten unbedingt vermieden werden! Starke Unterzuckerung ist akut lebensgefährlich. Ständig zu hohe Blutzuckerwerte führen zu Folgeschäden, starke Überzuckerung kann zum hyperglykämischen Koma (ebenfalls akut lebensgefährlich!) führen.


Kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII): „Insulin-Pumpe“
Das Prinzip der Insulinpumpe entspricht dem Basis-Bolus-Prinzip der ICT (siehe oben), nur dass die Basalrate nicht durch ein langwirksames Insulin abgedeckt wird, sondern durch kontinuierliche Injektion eines kurzwirksamen Insulins über einen Katheter unter die Haut. Zusätzliche Bolusgaben werden von Hand eingestellt und auch über die Pumpe injiziert.

    Folgen für Ihre Ernährung bei Pumpentherapie:
  • Vor jeder Mahlzeit müssen Sie sich einen Insulin-Bolus spritzen.
  • Richtiges Abschätzen der mit dem Essen aufgenommenen BE und des dafür benötigten Insulins ist notwendig.
  • Kein starres Diätschema ist nötig.
  • Genaue Protokollführung über Ernährung und Blutzuckerwerte sollte selbstverständlich sein, um eine gute Blutzuckerkontrolle zu erreichen.
  • Es besteht Unterzuckerungsgefahr, wenn Sie die Insulindosis zu hoch abgeschätzt haben. Achten Sie auf entsprechende Symptome und halten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Weißbrot, zuckerhaltige Getränke) bereit!
  • Beachten Sie, dass körperliche Aktivität oder Alkohol den Blutzucker zusätzlich senken und verringern Sie die Insulindosis entsprechend!
  • Wenn Sie die Insulindosis zu niedrig abgeschätzt haben, sind erhöhte Blutzuckerwerte die Folge. Kurzfristig erhöhter Blutzucker zeigt keine deutlichen Symptome, deshalb sollten Sie den Blutzucker einige Zeit nach der Mahlzeit kontrollieren. Falls der Wert zu hoch ist, können Sie mit einer weiteren Insulindosis korrigieren.

Über- und Unterzuckerungen kann man ausgleichen, aber sollten unbedingt vermieden werden! Starke Unterzuckerung ist akut lebensgefährlich. Ständig zu hohe Blutzuckerwerte führen zu Folgeschäden, starke Überzuckerung kann zum hyperglykämischen Koma (ebenfalls akut lebensgefährlich!) führen.

3. Nicht insulinpflichtig (Typ 2): –
Medikamente ja oder nein, wenn ja welche?

Bei Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse meist noch Insulin.
Gewichtsabnahme
und Ernährungsumstellung sind die ersten wirksamen Behandlungsmaßnahmen bei Diabetes Typ 2. Wenn dieses Vorgehen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, kann die zusätzliche Einnahme von Medikamenten erforderlich sein.

Anhand der Konsequenzen für die Ernährung kann man zwei Gruppen von Medikamenten unterscheiden:
Sulfonylharnstoffe* und Glinide** fördern die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse. Bei Sulfonylharnstoffen ist die Unterzuckerungsgefahr größer als bei Gliniden.

    Folgen für Ihre Ernährung:
  • Halten Sie sich an den mit Ihrem Arzt/Diabetesberater besprochenen Ernährungsplan, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Verteilen Sie die BE gleichmäßig über den Tag und lassen Sie keine Mahlzeiten aus.
  • Achten Sie auf Symptome einer Unterzuckerung und halten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Traubenzucker, Weißbrot, zuckerhaltige Getränke) bereit!
  • Beachten Sie, dass körperliche Aktivität oder Alkohol den Blutzucker zusätzlich senken!

Bei Metformin, Glitazonen*** und Acarbose besteht nur eine sehr geringe Unterzuckerungsgefahr. Metformin und Glitazone erhöhen die Empfindlichkeit der Gewebe für Insulin, Acarbose hemmt die Zuckeraufnahme aus dem Darm.

    Folgen für Ihre Ernährung:
  • Der Diätplan kann relativ flexibel angepasst werden. Eine ausgewogene Mischkost, bei Übergewicht kalorienreduziert, hilft den Blutzucker gut einzustellen.
  • Die Unterzuckerungsgefahr ist gering. Sie sollten aber dennoch auf Symptome achten, um entsprechend handeln zu können.

*      Wirkstoffe: Glibenclamid, Glimepirid, Gliquidon, Gliclazid
**    Wirkstoffe: Repaglinid, Nateglinid
***  Wirkstoffe: Pioglitazon, Rosiglitazon
(laut Rote Liste online 10.09.2007 in Deutschland im Handel)

 

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