
Mit dem HEXAL-Ernährungs-Rechner können
Sie sich selbst alle Werte Ihrer Mahlzeiten errechnen.Bei der Ernährung von Typ-1-und Typ-2-Diabetikern gibt es drei wichtige Punkte zu beachten:
Typ-1-Diabetiker sind meist normal- oder
untergewichtig. Eine Gewichtsabnahme ist selten notwendig.
Prinzipiell gelten für Sie als normalgewichtiger
Typ-1-Diabetiker dieselben Empfehlungen für ausgewogene Ernährung
wie für Gesunde.
Achten Sie auf gesunde Ernährung und vermeiden
Sie Übergewicht durch unkontrollierte Kalorienaufnahme! Insulin
kann zu Gewichtszunahme führen,
da Insulin eine körper-aufbauende (anabole) Wirkung hat.
Typ-2-Diabetiker sind häufig übergewichtig.
Diabetes Typ 2 wird oft auch als „Lifestyle-Diabetes“ bezeichnet,
weil er – neben einer gewissen genetischen Veranlagung – oft aufgrund
von Übergewicht und ungesunder Ernährungsgewohnheiten auftritt.
Als Typ-2-Diabetiker können Sie oft schon durch Gewichtsabnahme, Bewegung und konsequente
Ernährungsumstellung Ihre Blutzuckerwerte
bessern. Eine Behandlung mit Medikamenten kann so vermieden werden.
Vorhandenes Übergewicht sollten Sie unbedingt
reduzieren. Ob Sie übergewichtig sind, verrät
Ihnen unser BMI-Rechner.
Durch Kalorienreduktion um 500 bis 1000 kcal unter dem täglichen
Energiebedarf können Sie Ihr Gewicht um etwa 0,5 bis 1 kg pro Woche reduzieren. Die Kalorienreduktion
sollte zusammen mit einer allmählichen, aber dauerhaften Umstellung der
Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten erfolgen.
Hier finden Sie den BMI-Rechner, eine
Abschätzung Ihres Kalorienbedarfs und weitere Tipps zur Gewichtsabnahme und die Zusammensetzung
gesunder Ernährung.
Typ-1-Diabetes muss mit Insulin behandelt werden, da dieses im Körper
nicht gebildet wird. Bei Typ-2-Diabetes kann die Insulinbehandlung nötig
sein, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten oder wenn nach längerer
Krankheitsdauer die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert.
Es gibt drei verschiedene Formen der Insulintherapie:
Konventionelle Insulintherapie
(CT): Zwei- bis dreimal pro Tag (morgens, eventuell mittags, abends) wird eine
Mischung aus lang- und kurzwirksamem Insulin gespritzt. Diese Therapieform
gilt als unflexibel und wird nur mehr selten angewendet.
Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) nach
dem Basis-Bolus-Prinzip:
Diese Form der Insulintherapie ist Standard bei Typ-1-Diabetikern, da sie ausreichende
Flexibilität gewährleistet und der natürlichen Insulinfreisetzung
der Bauchspeicheldrüse ähnelt. Die Injektionen führt der Patient
selbst, meist mit einem so genannten Insulinpen, durch.
Basis: Morgens und abends wird ein langwirksames Insulin gespritzt. Dadurch wird die so genannte „Insulin-Basalsekretion“ der
Bauchspeicheldrüse nachgeahmt. Bei normaler Funktion setzt die Bauchspeicheldrüse
ständig kleine Mengen von Insulin frei, um die grundlegende Zuckerversorgung
der Zellen sicherzustellen.
Bolus: Zu den Mahlzeiten spritzt man eine berechnete
Menge schnell wirksames Insulin (einen so genannten „Bolus“) – abhängig
von der Kohlenhydrataufnahme und dem vor einer Mahlzeit gemessenen Blutzucker.
Dadurch wird sichergestellt, dass der aus dem Magen-Darm-Trakt anflutende Zucker
von den Zellen aufgenommen wird.
Über- und Unterzuckerungen kann man ausgleichen, aber sollten unbedingt vermieden werden! Starke Unterzuckerung ist akut lebensgefährlich. Ständig zu hohe Blutzuckerwerte führen zu Folgeschäden, starke Überzuckerung kann zum hyperglykämischen Koma (ebenfalls akut lebensgefährlich!) führen.
Kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII): „Insulin-Pumpe“
Das Prinzip der Insulinpumpe entspricht dem Basis-Bolus-Prinzip der ICT (siehe
oben), nur dass die Basalrate nicht durch ein langwirksames Insulin abgedeckt
wird, sondern durch kontinuierliche Injektion eines kurzwirksamen Insulins über
einen Katheter unter die Haut. Zusätzliche Bolusgaben werden von Hand
eingestellt und auch über die Pumpe injiziert.
Über- und Unterzuckerungen kann man ausgleichen, aber sollten unbedingt vermieden werden! Starke Unterzuckerung ist akut lebensgefährlich. Ständig zu hohe Blutzuckerwerte führen zu Folgeschäden, starke Überzuckerung kann zum hyperglykämischen Koma (ebenfalls akut lebensgefährlich!) führen.
Bei Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse
meist noch Insulin.
Gewichtsabnahme und Ernährungsumstellung sind
die ersten wirksamen Behandlungsmaßnahmen bei Diabetes Typ 2. Wenn dieses
Vorgehen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, kann die zusätzliche
Einnahme von Medikamenten erforderlich sein.
Anhand der Konsequenzen für die Ernährung kann man zwei Gruppen von Medikamenten unterscheiden:
Sulfonylharnstoffe*
und Glinide** fördern die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse.
Bei Sulfonylharnstoffen ist die Unterzuckerungsgefahr größer als
bei Gliniden.
Bei Metformin, Glitazonen*** und Acarbose besteht nur eine sehr geringe Unterzuckerungsgefahr. Metformin und Glitazone erhöhen die Empfindlichkeit der Gewebe für Insulin, Acarbose hemmt die Zuckeraufnahme aus dem Darm.
weiter zu: Ernährung bei Diabetes-Kindern
