
Obst und Gemüse gehören zu einer gesunden und vollwertigen Kost
unbedingt dazu. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralien und Pflanzenstoffe
halten Ihren Körper gesund und können Ihnen helfen, Krankheiten zu
vermeiden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt
unter dem Leitspruch "5 am Tag" (www.5amtag.de), fünfmal am
Tag eine Portion Obst, Salat oder Gemüse zu essen.
Beachten Sie aber, dass Obst und Gemüse durch lange Lagerung und Hitze bei der Zubereitung
wertvolle Nährstoffe verliert.
Eine Alternative bieten Tiefkühlprodukte,
z. B. in unverarbeiteter Form gefrorene Himbeeren und andere Früchte,
Gemüsemischungen, Broccoli, Blattspinat. Sie wurden kurz nach der Ernte
tiefgefroren und haben oft mehr Vitamine als lange gelagerte Frischware. Auf
weiterverarbeitete TK-Sorten (z. B. Rahmspinat) oder Fertiggerichte sollten
Sie aber verzichten.
Durch den hohen Wasser- und Ballaststoffgehalt und fast
fehlenden Fettgehalt haben Obst und Gemüse nur wenig Kalorien. Bei Übergewicht
können Sie so durch ein Mehr an Obst und Gemüse und gleichzeitiger
Einschränkung von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst und fettreichen
Milchprodukten Kalorien einsparen, ohne dabei zu hungern. Seltene Ausnahme
sind z. B. Avocados mit einem hohen Fettgehalt.
Der Ballaststoffgehalt von Obst und Gemüse trägt außerdem zu einer schnellen und anhaltenden
Sättigung bei. Vor allem in roher Form als Zwischenmahlzeit sind Obst
und Gemüse gut geeignet.
Verschiedene Obst- und Gemüsesorten beeinflussen den Blutzucker unterschiedlich.
Generell kann man sagen:
Obst erhöht wegen seines Zuckergehalts den Blutzucker. Wie schnell
und wie stark hängt vom weiteren Ballaststoff-, Eiweiß- (und Fett-)
Gehalt ab. Sie können sich dabei am glykämischen Index bzw. der
glykämischen Last orientieren.
Bananen,
Weintrauben, Ananas, Honig- und Wassermelone sind zum
Beispiel Obstsorten, die den Blutzucker relativ schnell
erhöhen.
Den Blutzucker weniger schnell erhöhen beispielsweise Äpfel, Birnen, Pfirsiche
und Kirschen.
Bevorzugen Sie Sorten, die den Blutzucker weniger beeinflussen.
Obstkonserven und –zubereitungen mit Zuckerzusatz, z. B. Ananas, Kirschen,
Preiselbeeren sollten Sie meiden! Der zugesetzte Zucker lässt den Blutzuckerspiegel
rasch ansteigen.
Gemüse, Salat, Kräuter und Pilze beeinflussen im Allgemeinen den Blutzuckerspiegel
wegen ihres hohen Wassergehalts und sehr geringen Zuckergehalts fast nicht.
Eine normale Portion Gemüse, Salat oder Pilze (200g) muss deswegen nicht
angerechnet werden. Allerdings gibt es einige wenige Ausnahmen mit hohem glykämischen
Index, wie z. B. Erbsen oder Mais.
Verzichten sollten Sie auch bei Gemüse
auf fett- und eiweißreiche Zubereitungen wie z. B. Gemüse in Sahnesoße,
panierte oder frittierte Gemüsegerichte oder Zubereitungen in Backteig
wie z. B. Frühlingsrollen.
Hülsenfrüchte, wie z. B. Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Sojabohnen müssen in geringen Mengen (bis ca. ein Teller = 250 ml) nicht auf die Insulindosis angerechnet werden. Beachten Sie allerdings den Kaloriengehalt!
Kartoffeln haben einen hohen glykämischen Index und lassen
den Blutzucker schnell ansteigen.
In Kombination mit Gemüse oder fetthaltiger Soße ist der Blutzuckeranstieg
verlangsamt.
Allerdings sollten Sie fettreiche Zubereitungen wie Pommes frites,
Kroketten oder Kartoffelpuffer wegen ihres Kaloriengehalts vermeiden.
Bevor wir Ihnen diese Frage beantworten, stellt sich die Frage, was überhaupt "vegetarische Ernährung" bedeutet. Wie folgende Tabelle zeigt, gibt es verschiedene Formen von Vegetarismus.
| Ernährungsform | |||
| Ovo-Lacto-Vegetarier | |||
| Ovo-Vegetarier | |||
| Lacto-Vegetarier | |||
| Veganer |
Besondere Vegetarismus-Formen:
Pescetarier bzw. Pesco-Vegetarier sind keine Vegetarier im eigentlichen Sinne, da sie nur auf Fleisch, aber nicht auf Fisch verzichten. Zu ihrem Speiseplan gehören meist auch Eier und Milchprodukte.
Die beschriebene vollwertige
Diabetes-Ernährung setzt den Akzent ohnehin auf eine Kost, die reich an
Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist und bei der Fleisch und Wurst nur
eingeschränkt verzehrt werden sollen.
Eine ausgewogene vegetarische Ernährung
kann also ohne Einschränkung auch Diabetikern empfohlen werden.
Wenn Sie sich entscheiden, vegetarisch zu leben, sollten Sie folgendes berücksichtigen – nicht
nur als Diabetiker:
Achten Sie darauf,
dass ihr Speiseplan alle nötigen Nährstoffe in ausreichender
Menge enthält!
Vor allem eine ausreichende Zufuhr an Calcium, Eiweiß,
Eisen, Vitamin B 12 und Omega-3-Fettsäuren sollte gewährleistet sein.
Unproblematisch sind in dieser Hinsicht die lacto-vegetabile und die ovo-lacto-vegetabile
Ernährung.
Rein vegane Ernährung, das heißt eine Ernährung
ohne alle tierischen Produkte, enthält diese Nährstoffe nur bei sehr
sorgfältiger Ernährungsplanung in ausreichender Menge. Vegane Kost
ist vor allem für Kinder und Jugendliche problematisch, kann aber auch
bei Erwachsenen zu Mangelernährung führen.
So genannte "Pudding-Vegetarier" ernähren sich zwar fleischlos,
nehmen aber die pflanzliche Nahrung nur in verarbeiteter
und erhitzter Form zu
sich. Das Erhitzen und Verarbeiten zerstört die meisten wichtigen Nährstoffe.
Zudem wird auf Gemüse, Obst und Vollkornprodukte zugunsten von Weißmehlprodukten,
Fertiggerichten und Süßigkeiten verzichtet. Eine solche Ernährungsweise
ist durch Mangel an wichtigen Nährstoffen sehr ungesund
und daher abzulehnen!
Weitere Quelle: http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de
weiter zu: Ballaststoffe
