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Getränke & Alkohol

Die richtige Ernährung bei Diabetes

Was sollte ich als Diabetiker bei der Getränkeauswahl beachten?

Vor allem für übergewichtige Diabetiker gilt:
Bevorzugen Sie kalorienarme oder kalorienfreie Getränke und verwenden Sie zum Süßen von Kaffee oder Tee Süßstoff!

Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und mit Süßstoff gesüßte Limonaden (Cola light) sind erlaubt, schwarzer und grüner Tee und Kaffee in Maßen.
Ideal ist, täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter zu trinken.

Zuckerhaltige Limonaden, Fruchtsäfte – auch ohne Zuckerzusatz oder mit Süßstoff gesüßt – lassen den Blutzucker rasch ansteigen und haben einen hohen Kaloriengehalt. Deswegen sollten Sie in Ihrer täglichen Ernährung auf diese Getränke verzichten. Auch Milch, Buttermilch und Milchmixgetränke haben Einfluss auf den Blutzucker, insbesondere wenn sie gezuckert sind. Diese Milchprodukte sollten daher nur in Maßen getrunken werden.

Im Fall einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) jedoch sind Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Cola bzw. Limonade zur schnellen Zuckerzufuhr ideal, und damit zu einer raschen Blutzuckererhöhung geeignet. Mit Cola light und Diätlimonaden kann man eine Unterzuckerung nicht beseitigen!

Darf ich als Diabetiker Alkohol trinken?

Prinzipiell müssen Sie nicht vollständig auf Alkohol verzichten. Akzeptabel sind bis zu 20 g Alkohol pro Tag für Männer und bis zu 10 g Alkohol pro Tag für Frauen.

Grobe Richtlinie ist die "Zwei-Gläser-Regel"
Akzeptabel sind ohne wesentlich erhöhtes Unterzuckerungsrisiko:
  • bis zu zwei Gläser (Frauen ein Glas) eines alkoholischen Getränks
  • pro Tag
  • serviert im üblichen Glas (Bier 0,2 l, Wein 125ml, Spirituosen 2 cl)
  • zum oder nach dem Essen
Für alkoholische Getränke spritzen Sie kein Insulin.

Sollten Sie diese Menge einmal überschritten haben, so sollten Sie zusätzliche Kohlenhydrate essen. Für diese zusätzlichen Kohlenhydrate darf kein Insulin gespritzt werden.

    Mehr als zwei Gläser alkoholische Getränke sind riskant:
  • Das Unterzuckerungs-Risiko steigt.
  • Im Rausch werden Warnzeichen einer Unterzuckerung meist nicht erkannt.
    Sie sollten auch folgendes wissen:
  • 1 g Alkohol enthält immerhin 7 kcal.
    (Zum Vergleich: 1 g Eiweiß oder Kohlenhydrate enthält 4 kcal, 1 g Fett 9 kcal)
  • Alkohol verhindert, dass die Leber Zucker neu bildet. Dadurch können gefährliche Unterzuckerungen auftreten. Dieser Effekt tritt häufig verzögert auf, z. B. spätnachts oder erst am nächsten Morgen!
  • Die Gefahr von Unterzuckerungen durch Alkohol besteht insbesondere bei Diabetikern, die mit Insulin, Sulfonylharnstoffen* oder Gliniden** behandelt werden.
Wichtige Tipps, um Unterzuckerungen nach Alkoholkonsum zu vermeiden:
  • Spritzen Sie für alkoholische Getränke kein Insulin!
  • Lassen Sie nie für Alkohol kohlenhydratreiche Lebensmittel weg!
  • Sie sollten kohlenhydratreiche Lebensmittel für den Notfall (z. B. Traubenzucker, Weißbrot oder Fruchtsaft) bei sich haben!
  • Um nächtliche Unterzuckerungen zu vermeiden: Messen Sie vor dem Schlafengehen Ihren Blutzucker. Bei Werten unter 120 mg/dl sollten Sie zur Sicherheit noch 1 bis 2 BE zu sich nehmen.
  • Trinken Sie alkoholische Getränke zu einer kohlenhydratreichen Mahlzeit und nie auf leeren Magen!
  • Körperliche Aktivität erhöht das Unterzuckerungsrisiko zusätzlich!
    - wenn Sie z. B. auf einer Party, einem Ball-Abend oder in der Disco Alkohol trinken und tanzen.
    - bei sportlicher Betätigung nach Feierabend und später "etwas trinken gehen".

Wann sollte ich auf Alkohol verzichten?

Kleine Alkoholmengen können die Blutgerinnung vermindern, das Risiko für Herzerkrankungen senken und das günstige HDL-Cholesterin erhöhen.

    In folgenden Situationen sollten Sie vollständig auf Alkohol verzichten:
  • Wenn Sie schwanger sind, um Schädigungen des Ungeborenen zu vermeiden.
  • Wenn Sie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) haben oder hatten.
  • Wenn Sie alkoholabhängig oder trockener Alkoholiker sind.
  • Wenn Sie stark erhöhte Blutfettwerte haben (Hypertriglyzeridämie).
  • Wenn bei Ihnen Nervenschädigungen aufgrund des Diabetes vorliegen (fortgeschrittene diabetische Neuropathie).
  • Wenn Sie an Impotenz (erektiler Dysfunktion) leiden.
    Die Alkoholmenge sollte zumindest eingeschränkt werden bei:
  • Übergewicht (Kaloriengehalt von Alkohol)
  • Bluthochdruck
  • erhöhten Blutfettwerten

Was sollte ich bei der Auswahl alkoholischer Getränke beachten?

Alkoholhaltige Getränke mit einem hohen Zuckergehalt sind für Diabetiker ungeeignet, da sie den Blutzucker schnell und stark erhöhen können. Auf solche Sorten sollten Sie deswegen verzichten.

    Dazu gehören:
  • aufgesetzte Brände (z. B. Apfelkorn)
  • Liköre
  • lieblicher und halbtrockener Wein (in Deutschland: rotes bzw. grünes Weinsiegel)
  • Dessert- oder Likörweine (Portwein, Madeira)
  • süßer und halbtrockener Sekt
  • Alcopops
    Geringeren Restzuckergehalt besitzen und besser geeignet sind:
  • trockene Weine (in Deutschland: gelbes Weinsiegel; "secco" (italienisch), "seco" (spanisch), oder "sec" (französisch)
  • trockener Sekt ("extra brut", "extra herb")
  • Bier
  • Branntweine (Spirituosen) wie Whiskey, Cognac, Aquavit, Korn, Arrak, Rum, Wodka

Bier, alkoholfreies Bier, Leichtbier oder Diätbier?

Bier gehört zu den alkoholischen Getränken, die bei Diabetes besser geeignet sind.
Im Folgenden finden Sie einige Informationen zu verschiedenen Bierarten:

Normales Bier (Vollbier) enthält Alkohol (ca. 3,5 bis 5 Vol%) und Malzzucker. Die Biersorten unterscheiden sich in den enthaltenen Mengen. Wie oben beschrieben, sind zwei normale Gläser erlaubt und es wird kein Insulin dafür gespritzt.

Alkoholfreies Bier enthält maximal 0,5 Vol% Alkohol. Da der blutzuckersenkende Effekt des Alkohols fehlt, müssen die enthaltenen BE bei der Insulingabe berücksichtigt werden.

Leichtbier oder Light-Bier ist im Alkohol- (2 bis 4 Vol%) und Malzzuckergehalt reduziert. Genaue Angaben finden Sie auf dem Etikett!

Diätbier ist im Kohlenhydratgehalt reduziert, enthält aber genauso viel Alkohol wie ein normales Bier. Der blutzuckersenkende Effekt des Alkohols kommt also stärker zum Tragen als bei Vollbier, das Risiko von Unterzuckerungen kann erhöht sein.

*Wirkstoffe: Glibenclamid, Glimepirid, Gliquidon, Gliclazid
** Wirkstoffe: Repaglinid, Nateglinid (laut Rote Liste online 10.09.07 in Deutschland im Handel)

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