Grundwissen DiabetesRichtige Ernährung Gewicht im grünen Bereich? Kohlenhydrate & GLYX Fett - gut oder schlecht? Eiweiß - Problem für Nieren? Obst & Gemüse Ballaststoffe Nahrungsergänzungsmittel Zucker-Ersatzstoffe Getränke & Alkohol Restaurant & Fertiggerichte Ernährung bei Typ 1/Typ 2 Ernährung bei Kindern Ernährungs-Tabellen Ernährungs-RechnerBlutzucker messenBehandlungProdukteTippsFachbegriffe erklärtNützliche AdressenRatgeber bestellenDownload-Bereich

Fett – gut oder schlecht?

Die richtige Ernährung bei Diabetes

Fett liefert konzentrierte Energie. 1 Gramm Fett enthält 9 Kalorien, etwa doppelt so viel wie 1 Gramm Kohlenhydrate oder 1 Gramm Eiweiß (jeweils 4 kcal).

Die wirksamste Einzelmaßnahme zur Gewichtsreduktion ist also, den mit der Nahrung aufgenommenen Fettanteil zu senken. Auch bei Idealgewicht sollte Ihre Ernährung nicht zu viel Fett enthalten.

Merke: Sie sollten 25 % bis 35 % Ihrer benötigten Kalorienmenge durch Fette aufnehmen.
Bei Übergewicht sollte der Fettanteil Ihrer Ernährung 30 % nicht überschreiten.

In den Industrienationen liegt der durchschnittliche Fettanteil der Nahrung bei etwa 40 %, bei Typ-2-Diabetikern meist höher!

So können Sie Fett einsparen:

  • Sichtbares Fett immer entfernen!
  • Koch- und Streichfette sparsam verwenden!
  • Auf fettarme Zubereitung achten! Günstig sind z. B. dünsten, kochen oder braten mit wenig oder ganz ohne Fett. Frittierte oder in viel Fett gebratene Nahrungsmittel meiden. Die Panade macht mageres Fleisch zur Fettfalle!
  • Fettarme Milchprodukte, Fleisch- und Wurstsorten bevorzugen!
    z. B. fettarme Milch und Joghurt, Magerquark; Geflügel, Schinken ohne Fett
  • Fettreiche Nahrungsmittel und Speisen meiden!
    z. B. Süßigkeiten, Backwaren, Fast Food, Knabbereien
  • Vorsicht vor versteckten Fetten! z. B. in feinen Wurstsorten
    (wie Fleischwurst, Leberwurst), Nüssen und Samen, Milchprodukten

Die Zusammensetzung des Nahrungsfettes ist entscheidend

Ideal sind (bezogen auf die benötigte Gesamtenergiemenge):

  • 10 % bis 20 % einfach ungesättigte Fettsäuren
  • weniger als 10 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • regelmäßiger Verzehr von Nahrungsmitteln mit Omega-3-Fettsäuren
  • weniger als 10 % gesättigte und trans (-ungesättigte) Fettsäuren
  • insgesamt weniger als 35 % der Energieaufnahme durch Fett
  • weniger als 300 mg Cholesterin pro Tag

Einfach ungesättigte Fettsäuren sind die gesündesten Fettlieferanten. Sie haben einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte, wodurch das Risiko für Gefäßerkrankungen sinkt.
In großer Menge sind einfach ungesättigte Fettsäuren in pflanzlichem Fett enthalten; z. B. in Oliven- und Rapsöl.
Auf Ihrem Speiseplan sollten Sie diesen Fetten den Vorzug geben.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wirken auch positiv auf die Blutfettwerte. Sie sind ebenfalls in pflanzlichem Fett zu finden. Vorwiegend mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind z. B. in Sonnenblumen(kern)öl, Maiskeimöl, und Distelöl enthalten.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind leicht oxidierbar (d. h. sie reagieren mit Sauerstoff oder freien Radikalen). Die dabei entstehenden Produkte können zellschädigend wirken. Deswegen gibt es eine Beschränkung für mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Reich an Omega-3-Fettsäuren sind grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Portulak) und fettreiche Fische (z. B. Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch). Ein- bis zweimal pro Woche sollten Sie solche Lebensmittel in Ihren Speiseplan einbauen. So können Sie ihr Risiko für Arteriosklerose senken. Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren oder Fischöl sind nur im Ausnahmefall für kurze Zeit sinnvoll, um erhöhte Blutfettwerte zu senken. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, wenn Sie solche Mittel einnehmen wollen.

Gesättigte Fettsäuren kommen hauptsächlich in tierischem Fett vor, selten in Pflanzenfetten, z. B. in Kokos- und Palmfett.
Trans-Fettsäuren sind vor allem in chemisch gehärteten Fetten und damit zubereiteten Lebensmitteln zu finden; z. B. in normaler Margarine, Frittier- und Backfetten, Fertigprodukten (Fertigbackwaren, Fertigsaucen), Fast Food, fetthaltigen Snacks (Chips), Schokolade.
Wenn Sie zu viele gesättigte Fettsäuren und trans-Fettsäuren zu sich nehmen, verstärkt sich Ihr Risiko für Gefäßerkrankungen, das durch Diabetes ohnehin schon erhöht sein kann.
Bei erhöhtem LDL-Cholesterin sollte der Anteil an gesättigten und trans-Fettsäuren auf unter 8 % reduziert werden.

Cholesterin kennen Sie meist in einem negativen Zusammenhang: Viele Diabetiker haben erhöhte Blutcholesterinwerte.

Cholesterin ist wichtig für den Stoffwechsel: es ist bei Menschen und Tieren in den Zellmembran enthalten und dient als Grundgerüst für bestimmte Hormone.

Zu viel Cholesterin im Blut – vor allem so genanntes LDL-Cholesterin – führt auf Dauer jedoch zu Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Etwa die Hälfte des benötigten Cholesterins stellt der Körper in der Leber her. Der restliche Bedarf wird aus der Ernährung gedeckt. Nimmt man mit der Nahrung Cholesterin über den Bedarf auf, so kann der Blutcholesterinwert ansteigen.
Sinnvoll ist deswegen eine Beschränkung der täglichen Cholesterinmenge auf weniger als 300 mg.
Cholesterinreiche Lebensmittel sind z. B. tierische Produkte, Innereien, Wurst, Eidotter. Diese sollten Sie nur in eingeschränkter Menge konsumieren.

Blutfettwerte kurz erklärt

Viele Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig und haben oft auch erhöhte Blutfettwerte. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über wichtige Blutfettwerte und deren Bedeutung geben (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Das Gesamt-Cholesterin (Gesamt-Cholesterol) ist die Gesamtmenge des Cholesterins im Blut. Es entspricht der Summe von LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und anderen Transportformen von Cholesterin.
Der Wert des Gesamt-Cholesterins sollte unter 240 mg/dl (6,2 mmol/l) liegen. Bei weiteren Risikofaktoren* liegt der Zielwert unter 200 mg/dl (= 5,2 mmol/l), bei schon bestehenden Vorerkrankungen** sollte der Wert 180 mg/l (= 4,7 mmol/l) nicht überschreiten.

Wenn diese Grenzwerte überschritten werden, spricht man von einer "Hypercholesterolämie" (hyper- = über, -ämie = "Blut-″).
Das Risiko für Gefäßschäden ist erhöht. Die Hypercholesterolämie kann man durch cholesterinarme Diät und auch mit Medikamenten behandeln.

LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin sind auch als "schlechtes Cholesterin" und "gutes Cholesterin" bekannt. Es sind zwei Formen, in denen Cholesterin im Blut transportiert wird.


Als "schlechtes" LDL-Cholesterin wird Cholesterin aus der Leber (Cholesterinproduktion des Körpers) und dem Darm (Cholesterin aus der Nahrung) zu den Körperzellen transportiert. Die Zellen nehmen das Cholesterin auf und verarbeiten es weiter. Ein zu hoher Anteil von LDL-Cholesterin erhöht das Risiko für Gefäßerkrankungen. Der LDL-Wert sollte unter 160 mg/dl (=4,1 mmol/l) liegen. Bei weiteren Risikofaktoren* liegt der Zielwert unter 130 mg/dl (= 3,4 mmol/l), bei schon bestehenden Vorerkrankungen** sollte der Wert 100 mg/l (= 2,6 mmol/l) nicht überschreiten.

In Form von "gutem" HDL-Cholesterin wird Cholesterin von den Körperzellen zurück in die Leber transportiert. Ein hoher Anteil von HDL-Cholesterin hat einen positiven Einfluss auf die Gefäße. Ideal sind Werte über 40 mg/dl (= 1,0 mmol/l), unabhängig von weiteren Risikofaktoren oder Vorerkrankungen.

Hinter dem Wert Triglyzeride steht die Menge der "normalen" Fette ohne Cholesterin im Blut. Auch hier weist ein hoher Wert auf vergrößertes Herz-Kreislauf-Risiko hin. Normalerweise liegen die Triglyzeride unter 150 mg/dl (= 1,7 mmol/l).

Auch Einzelbausteine von Fetten, die Fettsäuren, werden im Blut transportiert. Die Normwerte für freie Fettsäuren im Blut liegen unter 440 mg/dl (= 240 mmol/l).

*Risikofaktoren: z. B. Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzkreislauferkrankung in der Familie, hohes Alter
**Vorerkrankungen: z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris

(Quelle für Werte: HEXAL-Broschüre auf www.cholesterin.hexal.de)

nach oben

weiter zu: Eiweiß – ein Problem für die Niere?

 

Meldung von Nebenwirkungen

Sie sind ...