
Wenn bei Ihrem Kind Diabetes festgestellt wurde, handelt es sich meist um
Diabetes Typ 1, bei dem eine Insulintherapie nötig ist.
Das bedeutet für Ihr Kind, in Zukunft genauer auf die Ernährung achten und täglich
Insulin spritzen zu müssen. Die ist eine Veränderung für Ihr
Kind und auch für Sie als Eltern, die vor allem zu Anfang nicht einfach
zu bewältigen ist. Deswegen gibt es speziell für Kinder und Jugendliche
mit Diabetes Typ 1 und ihre Eltern Ernährungs- und Therapieschulungen.
Solche Schulungen verbessern nachweisbar den Therapieerfolg, deswegen übernehmen
meist auch die Krankenkassen die Kosten. Informationen über Schulungsprogramme
und die Kostenübernahme kann Ihnen Ihr Arzt/Diabetesberater oder Ihre
Krankenkasse geben.
Wenn Ihr Kind noch nicht alt genug ist, um sich das Insulin
selbst zu spritzen und den Ernährungsregeln selbstständig zu folgen,
liegt die Durchführung der Therapie vor allem bei Ihnen als Eltern.
Dabei gilt es, das richtige Maß zwischen Gelassenheit und Disziplin zu finden.
Versuchen Sie, Ihr Kind seinem Alter entsprechend aktiv an der Behandlung und
Mahlzeitenplanung zu beteiligen, sodass es lernt selbst Verantwortung dafür
zu übernehmen.
Gut zu wissen: Eine strenge Diabetesdiät ist für Ihr Kind nicht nötig. Für Ihr Kind gilt genauso wie für alle anderen Kinder: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die alle Nährstoffe für das gesunde Heranwachsen enthält. Auch Ausnahmen wie Süßes und Fastfood sind erlaubt, wenn sie bei der Therapie berücksichtigt werden.
Im Folgenden finden Sie einige Tipps für typische Situationen.
Kinder lernen das Essen in der Familie. Dienen Sie Ihrem Kind als Vorbild, indem auch Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Wenn es doch mal Pommes oder Burger sein müssen – eine Ausnahme ist bei Anpassung
der Insulindosis möglich.
Süßes in Maßen ist auch erlaubt.
Die Süßigkeit sollte gleichzeitig Fett und/oder
Eiweiß enthalten,
wie z. B. Schokolade, Kuchen, Eis oder Müsliriegel. Dadurch wird der Blutzuckeranstieg
gebremst. Die enthaltenen BE müssen berechnet werden.
Eine gesunde Alternative zu Süßigkeiten ist Obst. Es enthält Ballaststoffe und Vitamine.
Jedoch sollten Sie darauf achten, dass die gewählte Obstsorte einen niedrigen
glykämischen Index aufweist, z. B. Kirschen, Äpfel oder Birnen, und
bei der Insulindosis berücksichtigt wird.
Auch Eltern von Kindern ohne Diabetes kennen lange Diskussionen über den Speiseplan oder Phasen, in denen das
Kind nur das Lieblingsgericht essen möchte.
Bleiben Sie gelassen! Vorlieben und Abneigungen können sich bei Kindern schnell ändern. Oft können
auch zusammen mit dem Kind Alternativen oder ein Kompromiss gefunden werden.
Vorteil der modernen Insulintherapie ist, dass sie flexibel angepasst werden
kann. Die gesunde Ernährung und gute Blutzuckereinstellung sollten Sie
und Ihr Kind jedoch nicht aus den Augen verlieren! Ihr Arzt oder Ihr Diabetesberater
stehen Ihnen dabei zur Seite. Auch spezielle Diabetikerschulungen für
Kinder, Jugendliche und ihre Eltern helfen Ihnen, diese Therapieziele zu erreichen.
Wenn Ihr Kind nicht zu festen Zeiten essen will, ist es mit modernen Insulin-Analoga
generell möglich, erst nach der Mahlzeit zu spritzen. Über eine mögliche
Umstellung sprechen Sie bitte mit dem Arzt oder Diabetesberater.
Im Gegensatz zu Typ-2-Diabetikern haben Kinder mit Typ-1-Diabetes
meist ein normales oder zu geringes Körpergewicht. Selten ist der Grund
für Untergewicht eine Krankheit oder Stoffwechselstörung. Dies kann
der Arzt überprüfen.
Vor der Diagnose von Diabetes Typ 1 kommt es
oft zu Gewichtsabnahme. Nach dem Beginn der Insulintherapie wird dieser Gewichtsverlust
meist wieder ausgeglichen.
Übergewicht ist bei Diabetes Typ 1 nicht sehr häufig. Selten ist der Grund für Übergewicht eine Krankheit oder Stoffwechselstörung. Dies kann der Arzt überprüfen.
Bei Kindern mit starkem Übergewicht kann auch ein Diabetes Typ 2 vorliegen. Vor allem in diesem Fall hilft es, das Gewicht zu reduzieren. Allein dadurch lässt sich der Blutzucker oft wieder normalisieren und Folgeschäden vermeiden
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