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 Müssen auch  Typ 2- Diabetiker spritzen?
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Tipp:
 Sport hält fit und ist gesund. Diesen Leitspruch sollten sich Diabetiker zum Lebensmotto machen.

Tabletten

Behandlung: Medikamentöse Therapie

Im Mittelpunkt der Therapie steht die Ernährung, die regelmäßige Bewegung sowie eine allgemein gesunde Lebensweise. Das Wichtigste dabei ist, den Blutzucker in seinen Zielbereich zu bringen. Häufig reicht eine optimale Lebensweise nicht aus, dieses Ziel zu erreichen. Dann können Tabletten eine Hilfe sein.

Heutzutage stehen durch den medizinischen Fortschritt eine Bandbreite an Medikamenten zur Verfügung, die helfen können den Blutzucker zu regulieren. Durch ihre verschiedenen Wirkungsweisen können sie auch miteinander kombiniert werden. Allerdings muss Ihr behandelnder Arzt die Therapie optimal auf Sie abstimmen.

Die Grundvoraussetzung für eine Behandlung mit den so genannten Antidiabetika ist, dass Ihre Bauchspeicheldrüse noch in der Lage ist, Insulin selbst zu produzieren. Da dies bei Typ 1 Diabetikern nicht der Fall ist, müssen diese Patienten vom Beginn ihrer Erkrankung an Insulin spritzen und kommen für eine derartige Therapie nicht in Frage. Im Folgenden werden Ihnen nun die wichtigsten Wirkstoffgruppen vorgestellt:

Wichtig zu wissen: Jedes der aufgeführten Präparate hat seine Vorteile.
Welches Medikament gut für Sie ist, kann nur Ihr Arzt entscheiden.

 

Biguanide (Metformin)
Durch die Entdeckung, dass die Anwendung von Galega officinalis (Französische Lilie) zu  einer Erniedrigung des Blutzuckers führte, war in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Antidiabetikum noch vor dem Insulin entdeckt worden. Der genaue Wirkmechanismus auf molekularer Ebene ist bis heute nicht genau bekannt.

Die wesentlichen Wirkungen der Biguanide sind, dass die Freisetzung von Glukose aus der Leber unterdrückt, dass die Empfindlichkeit für Insulin erhöht und dass der Zuckerumsatz gesteigert wird. Zusätzlich hat Metformin eine positive Auswirkung auf die Blutfette und Gewichtsreduktion. Des Weiteren besteht ein gefäßschützender Effekt. Metformin kann prinzipiell mit jedem anderen oralem Antidiabetikum und Insulin kombiniert werden.*

Das Medikament sollte bei Schwangerschaft, Leber- bzw. Nierenerkrankungen und bei vermehrtem Alkoholkonsum nicht eingenommen werden.

"*Krentz AJ, Bailey CJ. Oral antidiabetic agents – Current role in type 2 diabetes mellitus. Drugs 2005; 5 (3): 385 - 411


Sulfonylharnstoffe
Die Sulfonylharnstoffe (v. a. Glimepirid, Glibenclamid) werden neben den Biguaniden mit am häufigsten eingesetzt. Medikamente aus dieser Gruppe können die Bauchspeicheldrüse dazu anregen, mehr Insulin freizusetzen. Außerdem wird die Freisetzung von Glukose aus der Leber gehemmt und die Empfindlichkeit für Insulin gesteigert.

 

Glukoseregulatoren (Repaglinid, Nateglinid)
Die der Wirkstoffgruppe der Glinide zugehörigen Präparate haben eine chemische Verwandtschaft zu den Sulfonylharnstoffen. Glinide eignen sich vor allem für Patienten mit unregelmäßigem Tagesablauf, die keinen festen Diätplan einhalten können. Diese Präparate können ungefähr 15 bis 30 Minuten vor dem Essen eingenommen werden. Die körpereigene Insulinproduktion wird während der Nahrungsaufnahme erhöht. Insgesamt besteht bei dieser Gruppe eine geringere Gefahr einer Unterzuckerung als bei den Sulfonylharnstoffen. Außerdem können Glinide auch bei Nierenfunktionsstörung vorsichtig eingesetzt werden.

 

Insulinsensitizer (Glitazone)
Diese Präparatgruppe gewinnt in letzter Zeit aufgrund neu veröffentlichter Studienergebnisse immer mehr an Bedeutung. Diese Präparate senken den Blutzucker mindestens genauso effektiv wie die Sulfonylharnstoffe und tragen zur Veränderung der Fettverteilung bei. Beim Diabetes wird vor allem viszerales Fett, d.h. Fett unter der Bauchdecke und um den Darm herum, gebildet. Durch die Einnahme von Glitazonen wird das Fett verlagert. Es kommt zu einer Abnahme des "gefährlichen" viszeralen Fettes und zu einer Zunahme des Unterhautfettes, welches ein wesentlich geringeres Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat. Muskel-, Fett- und Leberzellen reagieren empfindlicher auf Insulin. Die Einnahme erfolgt nahrungsunabhängig.

 

α - Glukosidase Hemmer (Acarbose)
Präparate dieser Gruppe sind als einzige unabhängig vom Vorhandensein von Insulin. Der wesentliche Wirkmechanismus besteht darin, dass die Enzyme, welche die Kohlenhydrate im Darm aufspalten, "gebremst" werden. Dadurch verzögert sich die Aufnahme in die Blutbahn und ein schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit wird vermieden. Dies gilt nicht für Glukose (Traubenzucker), da diese nicht aufgespalten werden muss und direkt über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden kann. Durch diätetische Maßnahmen wie z. B. der Verzehr von schwer resorbierbaren Kohlenhydraten mit niedrigem GLYX kann dieser Effekt noch gesteigert werden.

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